EXAMEN-WAS IST DAS?…
…Examen: Es handelt sich hierbei um eine Art Virus gegen den es keine Behandlung gibt. Man fängt ihn sich bereits Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch ein, nämlich zu Beginn des jeweiligen Studiums. Nur sind einem zu Beginn noch nicht die Ausmaße dieses Virus und der mit ihm einhergehenden Infektion bekannt. Zum Ausbruch kommt es meist mit der Anmeldung bzw. in der ihr vorausgegangenen JagdPhase und den damit verbundenen regelmäßigen Besuchen in Sprechstunden, im CopyShop und beim Stapa. Einmal ausgebrochen, verläuft die Infektion in mehreren Stufen, wobei während jeder Stufe, aber auch durchaus zwischendurch, Panikanfälle nicht selten auftreteten können. Die Stufen sind in etwa: (da die Stufen 5-? noch außerhalb meines erfahrungsrahmens liegen, können nur die ersten 4 Stufen erörtert werden. Der Rest folgt sobald…sie ausbrechen)
1. Unterschriften-Jagd-Phase: Wie der Name bereits verdeutlicht handelt es sich um eine von Adrenalin begleitete Jagd um Unterschriften und zudem um die Suche nach geeigneten Stoffgebieten für die mündlichen Prüfungen. Außerdem muss ein Thema für die Examensarbeit gefunden und vor allem von 2 Prüfern genehmigt werden. Was sich in vielen Fällen als äußerste Schwierigkeit herausstellt. Man bedenke, dass eine einmal gewählte Formulierung nach Anmeldung nicht mehr geändert werden darf.
2. Anmeldephase: In dieser Zeit gibt das betroffene Individuum unmengen an Geld aus für diverse Kopien, welche es dann an eine Organisation namens StaPa weiterleitet, in der Hoffnung, nicht bereits bei betreten des Raums getötet zu werden.
3.Wartephase: das infizierte Individuum wartet auf Post vom StaPa. D.h. eigentlich nicht, denn desto früher das StaPa das Thema der Examensarbeit bestätigt, desto vermehrt treten Panikanfälle auf. Trotzdem wird diese Phase so genannt, einige gehen davon aus, dass das warten sich eher auf den Elan bezieht: die betroffenen warten quasi darauf, dass der innere Schweinehund endlich aufwacht und man doch wenigstens schonmal anfängt die Gliederung zu verfeinern oder den ein oder anderen Absatz zu schreiben. Natürlich nur nicht zuviel, denn die 60 Seiten sollten auf keinen Fall überschritten werden!…
4.Schreibphase: oder zumindest der Versuch zu schreiben. Mit dem Abgabetermin vor Augen wird der innere Schweinehund verflucht und nochmal der Grund für das Studium überdacht…hätte man nicht auch einfach eine Ausbildung machen können?
Filed under: Selbstgespräche on Dezember 5th, 2007
Ein geeignetes Testfeld für die psychologische Diagnostik.. Erfassen von Nervosität, Stress oder auch Angst mittels standardisierter psychometrischer Tests.. dazu kommen Verhaltensbeobachtung am unwissenden Objekt und projektive Diagnostik zur Erfassung innerer Aggressionen.. Das ganze dann bitte entsprechend statistisch auswerten und interpretieren.. fertig ist die sinnvolle Psychologie-Diplomarbeit zum Thema Studenten im Staatsexamen..
Alternativ für die Germanisten: Analyse und Interpretation des Romans “Das Schloss” von Franz Kafka und Anwendung auf das lebende Objekt im Examensstress.. Urteil: Die in den 20er Jahren von Kafka kritisierte Allmacht und Willkür der Behörden und des Beamtentums ist immernoch aktuell.. auch der Lehramtsstudent findet sich gegen Ende seines Studiums immer öfter in sogenannten “kafkaesken” Situationen wieder, in denen von einer höheren Instanz eine nicht greifbare, unmittelbare Bedrohung ausgeht, der betroffene Obkjekte schutz- und alternativlos ausgeliefert sind, da sich die Instanz in seinen Strukturen und Arbeitsprozessen als intransparent, starr und wandlungsresistent erweist.